Fiido C21 Pro im Test: Schickes E-Gravel-Bike zum Sensationspreis | Michael Knott

Das Fiido C21 Pro kostet viel weniger als etwa ein E-Bike von VanMoof oder Cowboy. Dennoch hat das "E-Gravel-Bike" einiges zu bieten und macht im Test eine gute Figur.


Fiido wagt sich mit dem C21 Pro in unbekanntes Terrain vor, kannten wir den Hersteller bislang doch vornehmlich von eher kleinen Zweirädern, wie dem Falt-E-Bike Fiido X (Testbericht) oder dessen Vorgänger Fiido D11 (Testbericht).

Im Januar 2023 dann die Ankündigung seitens Fiido, nun "erwachsene" E-Bikes herstellen zu wollen. Neben dem an dieser Stelle getesteten E-Gravel-Bike Fiido C21 Pro gibt es etwa auch ein SUV-E-Bike (Fiido Titan) und ein leichtes E-Rennrad (Fiido C31) des chinesischen Herstellers. Was für ein Sprung! Die wichtigsten technischen Daten des Fiido C21 Pro im schnellen Überblick:

  • Leichter Aluminiumrahmen (rund 18 Kilogramm ohne Anbauteile)
  • Drehmomentsensor
  • Hydraulische Scheibenbremsen
  • 9-Gangschaltung
  • Reichweite von bis zu 80 Kilometern
  • IPS-Farbdisplay
  • Kompatibel zur Fiido-Smartwatch (optional)
  • Hinterradnabenmotor mit fünf Unterstützungsstufen
  • Preis: 1.599 Euro

Unboxing: Es gibt mehr zu tun, als sonst

Das Fiido C21 Pro kommt in einem verdächtig kompakten Karton zu uns in die Redaktion. Verdächtig, da es sich beim Testgerät immerhin nicht um ein kompaktes Faltrad, sondern um ein ausgewachsenes E-City-Bike handelt. Das riecht nach einer gewissen Bastelarbeit.

In der Tat kommt das E-Bike nur grob vormontiert zu euch. Nach dem Auspacken muss zunächst das Vorderrad mit Hilfe einer Steckachse montiert und der Lenker angebracht werden. Anschließend folgen Pedale, Display, Licht, Verkabelung und auf Wunsch noch die mitgelieferten Schutzbleche. Alles in allem haben wir für die Montage rund 45 Minuten benötigt.

Die Installation ist weitestgehend selbsterklärend. Ein Sonderlob verdient sich Fiido für das brauchbare und vollständige, im Lieferumfang enthaltene Werkzeugset.

Design und Verarbeitung

Nach dem erfolgreichen Zusammenbau gehen wir einmal um das E-Bike herum und uns gefällt, was wir sehen. Ein waschechtes Gravel-Bike ist das Fiido C21 pro in unseren Augen zwar nicht, auch wenn es auf etwas grobstolligeren Reifen steht. Der Rahmen bietet abgesehen von Fixpunkten für einen optional erhältlichen Gepäckträger nur wenig Befestigungsoptionen für Taschen oder weiteres Equipment. Vielmehr handelt es sich in unseren Augen um ein reduziertes E-City-Bike, das noch dazu schön unauffällig daherkommt.

Fiido C21 Pro E-Gravel - Bilder aus dem Testalltag

Dafür sind die meisten Schweißnähte noch ansehnlich gestaltet - da haben wir beim Hersteller bei vergangenen Test schon weniger sorgfältig durchgeführte Arbeiten gesehen. Die Kabelführung verläuft zu großen Teilen innerhalb des Aluminiumrahmens. Mit angebrachtem Licht, aber ohne Schutzbleche, bringt das Test-E-Bike knapp über 17 Kilogramm auf die Redaktionswaage. Damit gehört das Fiido zu den eher leichten E-Bikes.

Ein sehr schönes Display

Besonders gut gefällt uns die Displayeinheit des Fiido C21 Pro. Es handelt sich um ein leicht angewinkeltes Farbdisplay, das dank IPS-Panel jederzeit gut ablesbar ist. Auch bei direktem Sonnenlichteinfall hatten wir nie Probleme, das Dargestellte zu entziffern.

Neben dem Grad der Unterstützung zeigt euch die Displayeinheit auch die aktuelle Geschwindigkeit, die zurückgelegte Strecke, Gesamtkilometer und die Akkureichweite an. Etwas verwirrend zunächst: Neben Tasten am Display selbst finden wir noch einen weiteren Schalter zur Unterstützungswahl am linken Lenkerende.

Hier könnt ihr auch die Klingel aktivieren. Wie das VanMoof A5 hat auch das E-Bike von Fiido eine elektrische Klingel. Den Ton könnt ihr im Falle des aktuellen Test-E-Bikes jedoch nicht verändern. Eventuell reicht der Hersteller eine solche Funktion nach.

Auf Testfahrt: Das Fiido C21 Pro ist leise und komfortabel

Im Fahrstuhl, auf dem Weg nach unten zur Straße, werden wir aufs brandneue Fiido angesprochen. "Darf ich mal fragen, was für eine Marke das ist?". Stimmt schon - Fiido hat das C21 Pro unauffällig gestaltet. Große Markenlogos oder sonstige Aufkleber finden sich kaum. Als wir den Preis des Test-E-Bikes verraten wird unser Gegenüber besonders hellhörig und tippt "Fiido" bereits in sein Smartphone. Er überlege zur Zeit an einem Cowboy, könnte seine Meinung noch mal ändern, bedankt sich für den Tipp.

Auf der Straße angekommen legen wir gleich die fünfte und damit größte Unterstützungsstufe ein und radeln los. Die Unterstützung vom Hinterradmotor des chinesischen Herstellers Mivice setzt prompt ein, hebt uns aber nicht aus dem Sattel. Die Unterstützung erfolgt eher mit sanftem Nachdruck, passt aber sehr gut für Fahrten in der Stadt. Wir erleben ein sehr natürliches Fahrgefühl. Der Motor läuft nicht nach, wenn wir mit dem Treten aufhören.

Besonders angenehm fällt uns die niedrige Geräuschkulisse des Antriebs auf. Vom hinten verbauten Nabenmotor ist kaum etwas zu hören. Nur das Abrollgeräusch der grobstolligen Reifen ist bei Fahrten über den Asphalt zu vernehmen. Eine Federung bietet das Fiido nicht. Sattel und Lenker sind jedoch bequem, sodass auch längere Fahrten drin sind. Die hydraulischen Scheibenbremsen von Tektro packen bei Bedarf vehement zu.

Im Geländeeinsatz sehen wir das "Gravel-Bike" von Fiido dennoch eher nicht. Für Fahrten auf Schotter und Waldwegen ist es noch geeignet, für alles, was darüber hinaus geht, gibt es geeignetere Zweiräder. Die 9-Gangschaltung von LTwoo ist nicht über jeden Zweifel erhaben, war bei unserem Test-E-Bike ein wenig schwer einzustellen.

Reichweite und ein echtes Ärgernis

Doch die neun Gänge sind hochwillkommen, vor allem dann, wenn ihr das E-Bike nicht nur im flachen, städtischen Bereich einsetzen wollt. Die 45 Newtonmeter Drehmoment des Hinterradmotors erfordern an Steigungen und beim Anfahren häufigere Gangwechsel.



Das E-Bike von Fiido gehört zu den leichteren am Markt. Gut so - denn der Akku lässt sich nicht mal eben mit einem Schlüssel entfernen. Vielmehr müsst ihr das gesamte E-Bike zur Steckdose tragen, sobald die Kapazität von 209 Wattstunden sich dem Ende entgegen neigt. Dann dauert es rund drei Stunden, bis der Energiespeicher wieder vollgeladen ist. Der Hersteller verspricht eine Reichweite von 80 Kilometern. Zu optimistisch, wie der Praxistest zeigt. Auf hohen Unterstützungsstufen mussten wir im Test meist nach 60 Kilometern eine Steckdose ansteuern.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Das Fiido C21 gibt es in den beiden Rahmengrößen M und L
  • Als C22 bietet Fiido ein technisch vergleichbares Modell mit Tiefeinsteigerrahmen und anderem Lenker an. Diese Variante ist auch für kleinere Menschen geeignet.
  • Der Hersteller verkauft mit der Fiido Mate eine passende Smartwatch. Diese lag uns für diesen Test noch nicht vor.

Preis, Rabattaktion und Alternativen

Ihr könnt das Fiido C21 Pro an dieser Stelle beim Hersteller zum Preis von 1.599 US-Dollar kaufen. Zur Markteinführung gibt es sogar einen Rabatt, sodass ihr nur 1.399 US-Dollar (1.300 Euro) bezahlt.

Als Alternative zum Fiido C21 bietet sich das vergleichbar ausgestattete C22 an. Als weitere Alternative könnt ihr einen Blick auf das VanMoof S5 oder das VanMoof A5 werfen. Alle unsere E-Bike-Tests findet ihr gebündelt an dieser Stelle.



von:https://www.netzwelt.de/fiido-c21-pro/testbericht.html




 

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