Das deutsche Technikmagazin Netzwelt hat das Fiido Nomads unter realen Fahrbedingungen getestet. Dabei ging es nicht nur um technische Daten, sondern vor allem um Motorgeräusch, Komfort, Bremsleistung, Verarbeitung, Reichweite und das ungewöhnliche Drei-Akku-Konzept. Tester Michael Knott vergab die Gesamtnote 2,4 – „gut“.
Das Gesamturteil fiel klar positiv aus: Netzwelt beschreibt das Nomads als gut ausgestattetes und hochwertig verarbeitetes Trekking-E-Bike zu einem fairen Preis. Für alle, die E-Bikes für längere Strecken vergleichen – und insbesondere Touren-E-Bikes – ist der Test besonders interessant. Er zeigt, wie sich das Nomads im Alltag, auf längeren Freizeittouren und mit zusätzlicher Akkukapazität auf ausgedehnten Reisen fährt.

Fiido Nomads im Netzwelt-Test: Bedingungen und wichtigste Ergebnisse
| Punkt | Ergebnisse aus dem Test |
|---|---|
| Medium und Tester | Netzwelt; Michael Knott |
| Veröffentlicht | 19. März 2026 |
| Netzwelt-Testnote | 2,4 — gut |
| Getestetes Modell | Fiido Nomads mit optionaler Halterung für zwei zusätzliche Akkus am Heck |
| Highlights |
|
| Motor | 250-W-Hinterradnabenmotor, 45 Nm, Unterstützung per Drehmomentsensor |
| Schaltung | Shimano 9-Gang-Schaltung |
| Federung und Laufräder | Federgabel mit 120 mm Federweg; 29-Zoll-Reifen |
| Akku-Konzept | Ein 417,6-Wh-Rahmenakku plus bis zu zwei herausnehmbare und austauschbare Reserveakkus |
| Von Netzwelt erzielte Reichweite | 47 km mit einem Akku bei kühlem Hamburger Wetter und wechselnden Unterstützungsstufen |
Was lobt Netzwelt am Fiido Nomads?
Im Test hebt Netzwelt nicht nur einen einzelnen technischen Wert hervor, sondern eine ganze Reihe von Stärken, die sich im Alltag und auf längeren Touren bemerkbar machen. Zu den wichtigsten positiven Punkten gehören:
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis — Netzwelt betont mehrfach, wie viel tourentaugliche Ausstattung das Nomads für seinen Preis bietet.
- Sehr leiser Motor — der Hinterradnabenmotor fiel im normalen Fahrbetrieb durch seine geringe Geräuschentwicklung positiv auf.
- Integrierte Blinker und Beleuchtung am Heck — diese Ausstattung wurde als praktisch hervorgehoben und ist in dieser Preisklasse noch längst nicht selbstverständlich.
- Verstellbares Cockpit — über den verstellbaren Vorbau ließ sich die Sitzposition gut an längere Fahrten anpassen.
- Gute Verarbeitungsqualität — Rahmen und Schweißnähte hinterließen einen hochwertigen Eindruck, der über das hinausgeht, was der Preis zunächst vermuten lässt.
- Gut ablesbares Display und beleuchtete Bedienelemente — das klare Display und die beleuchteten Tasten erleichtern die Bedienung im Alltag.
- Praxisgerechte 120-mm-Federgabel — auf normalen Straßen und gut gepflegten Waldwegen filterte sie gröbere Unebenheiten zuverlässig heraus.
- Unkomplizierte Shimano 9-Gang-Schaltung — die Übersetzungsbandbreite reichte im Test auch für stärkere Anstiege aus.
- Zuverlässige hydraulische Bremsen — laut Netzwelt blieb die Bremsleistung auch mit den beiden zusätzlichen Akkus am Heck konstant.
- Ausgewogenes Fahrverhalten mit einem Akku — ohne die beiden Reserveakkus fuhr sich das Nomads natürlicher und deutlich ausgewogener.
- Überschaubare Endmontage zu Hause — mit dem mitgelieferten Werkzeug und der Videoanleitung war das Testrad nach rund 50 Minuten fahrbereit.
Warum sieht Netzwelt beim Nomads ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis?
Entscheidend ist nicht ein einzelnes Ausstattungsmerkmal, sondern das Zusammenspiel mehrerer tourentauglicher Komponenten: Drehmomentsensor, 9-Gang-Schaltung, 120-mm-Federgabel, 29-Zoll-Reifen, hydraulische Scheibenbremsen, integrierte Beleuchtung und Blinker, ein verstellbares Cockpit sowie ein Gepäckträger, der zusätzliche Akkus oder Reisegepäck aufnehmen kann. Wer Touren-E-Bikes vergleicht, profitiert von einem solchen Gesamtsystem meist mehr als von einem einzelnen Spitzenwert im Datenblatt.
Auf längeren Strecken entscheiden Komfort, nutzbare Übersetzungsbandbreite, berechenbare Bremsleistung, Sichtbarkeit und Energiemanagement darüber, ob ein E-Bike auch nach der ersten Stunde noch angenehm und praktisch bleibt. Genau hier zeigt der Netzwelt-Test eine Stärke des Nomads: Viele dieser Funktionen sind bereits in das Grundkonzept integriert und müssen nicht erst nachgerüstet werden.

Wie schlagen sich 45-Nm-Motor, Schaltung und Bremsen?
Der Motor gehört zu den deutlichsten Pluspunkten in den Fahreindrücken von Netzwelt. Im Test aktivierte der Fahrer über die Fiido App den Modus Turbo+, wodurch auf der getesteten europäischen Version die vollen 45 Nm zur Verfügung standen. Die elektrische Unterstützung blieb dabei auf 25 km/h begrenzt. Auch bei stärkerer Unterstützung wurde der Hinterradnabenmotor als auffallend leise beschrieben.
Der Drehmomentsensor ergänzt dieses ruhige Antriebsverhalten, indem er die Unterstützung an den tatsächlichen Pedaldruck des Fahrers anpasst, statt lediglich auf eine Pedalbewegung zu reagieren. Gerade auf Touren sorgt das beim Anfahren, bei Tempowechseln und an Steigungen für ein gleichmäßigeres und besser vorhersehbares Fahrgefühl.
Auch die Shimano 9-Gang-Schaltung bewertete Netzwelt als einfach, aber zweckmäßig. Die verfügbaren Gänge reichten für die größeren Anstiege im Test aus. Gleichzeitig blieben die hydraulischen Scheibenbremsen auch mit dem zusätzlichen Akkugewicht am Heck zuverlässig. Das ist bei einem Touren-E-Bike besonders relevant, weil das Gesamtgewicht mit Akkus, Packtaschen, Wasser und Reisegepäck schnell zunimmt.
Netzwelt erreichte 47 km – wie passt das zu Fiidos Reichweitentest?
Netzwelt kam im Hamburger Test mit einem Akku auf 47 km. Auf den ersten Blick liegt dieser Wert deutlich unter den aktuell von Fiido veröffentlichten Reichweiten. Die Bedingungen waren jedoch nicht vergleichbar: Gefahren wurde bei Temperaturen knapp unter 10 °C und mit wechselnden Unterstützungsstufen, darunter Turbo und Turbo+, statt ausschließlich im Eco-Modus.
Niedrige Temperaturen können die nutzbare Energie eines Lithium-Ionen-Akkus reduzieren, während stärkere Unterstützungsstufen den Energieverbrauch erhöhen. Die 47 km sind deshalb als Ergebnis dieser konkreten, gemischten Testfahrt zu verstehen und nicht als allgemeine Maximalreichweite des Nomads.
| Test | Modus / Nutzung | Testbedingungen | Reichweite |
|---|---|---|---|
| Netzwelt | Gemischt, einschließlich Turbo/Turbo+ | Hamburg; knapp unter 10 °C | 47 km |
| Fiido | Eco | 85 kg Fahrergewicht; ebene Strecke; 28 °C | 79,36 km |
| Fiido | Sport / Turbo | 85 kg Fahrergewicht; ebene Strecke; 28 °C | 64,28 / 58,76 km |
Der Vergleich zeigt, warum die Reichweite eines E-Bikes immer im Zusammenhang mit den jeweiligen Bedingungen gelesen werden sollte. Gelände, Zuladung, Temperatur, Wind, Reifendruck, Unterstützungsstufe und Eigenleistung können die tatsächlich erreichbare Distanz deutlich verändern. Netzwelt und Fiido beantworten mit ihren Werten daher unterschiedliche Fragen: Der eine Wert stammt aus einer kühlen, realen Fahrt mit wechselnden Modi; der andere aus einem definierten Reichweitentest.
Wie funktioniert das Drei-Akku-System des Nomads?
Das Fiido Nomads nutzt einen herausnehmbaren 417,6-Wh-Akku im Rahmen und kann zusätzlich zwei weitere Akkus auf Fiidos Heck-Akkuhalterung mitführen. Die Reserveakkus sind nicht wie bei einem elektronisch gekoppelten Range Extender dauerhaft mit dem Antrieb verbunden. Ist der eingesetzte Akku leer, wird er manuell gegen einen geladenen Reserveakku ausgetauscht.
Der Vorteil dieses modularen Konzepts: Das Rad muss nicht auf jeder Fahrt die maximale Akkukapazität mitführen. Fiido gibt aktuell bis zu 79,36 km mit einem Akku und bis zu 238 km mit drei Akkus an. Für den Arbeitsweg oder eine Wochenendrunde reicht die Standardkonfiguration, während auf längeren Etappen je nach Strecke ein oder zwei zusätzliche Akkus mitgenommen werden können.
Netzwelt stellte zugleich fest, dass die beiden Reserveakkus die Gewichtsverteilung am Heck verändern. Im Alltag wirkte das Nomads mit nur einem Akku natürlicher und ausgewogener. Die volle Drei-Akku-Konfiguration spielt ihre Stärke daher vor allem auf sehr langen Etappen, abgelegenen Strecken oder mehrtägigen Touren aus, bei denen die zusätzliche Reichweite das Mehrgewicht rechtfertigt. Das System ist damit weniger dafür gedacht, ständig möglichst viele Akkus mitzunehmen, sondern vielmehr dafür, das Rad an die jeweilige Reise anzupassen.

Für wen eignet sich das Fiido Nomads besonders?
Nach den Erfahrungen im Netzwelt-Test richtet sich das Nomads vor allem an Fahrer, die ein einziges E-Bike sowohl für den Alltag als auch für längere Touren nutzen möchten. Besonders interessant ist es für:
- Pendler, die am Wochenende auch längere und komfortablere Touren fahren möchten.
- Tourenfahrer, die leise Unterstützung, Federung und 29-Zoll-Laufräder für Straßen, Radwege und wechselnde Untergründe schätzen.
- Fahrer, die ihre Reichweite bei Bedarf erweitern möchten, ohne auf jeder Strecke das maximale Akkugewicht mitzunehmen.
- Käufer, denen eine vollständige Ausstattung und ein starkes Gesamtpaket zum fairen Preis wichtig sind.
Fazit: Was lässt sich aus dem Netzwelt-Test mitnehmen?
Der Netzwelt-Test des Fiido Nomads führt zu einem klaren Gesamtbild: Schon in der Standardkonfiguration überzeugt das Rad am stärksten. Gelobt wurden unter anderem der leise Motor, die praxisgerechte Ausstattung, die Verarbeitung, das verstellbare Cockpit, die Federung, die Schaltung und die zuverlässigen hydraulischen Bremsen. Am Ende erhielt das Nomads die Testnote 2,4 – „gut“.
Das Drei-Akku-Konzept erweitert diese Basis um zusätzliche Flexibilität. Ein Akku reicht für normale Fahrten und hält das Gewicht am Heck geringer. Für deutlich längere Strecken oder Regionen mit wenigen Lademöglichkeiten können ein oder zwei Reserveakkus ergänzt werden. Damit ist das Nomads weniger ein reines Langstrecken-Spezialrad als vielmehr ein Touren-E-Bike, das sich je nach Reise unterschiedlich konfigurieren lässt.
Wer ein vielseitiges Touren-E-Bike mit praxisgerechtem Komfort, umfangreicher Ausstattung und flexibel erweiterbarer Reichweite sucht, erhält durch den Netzwelt-Test eine starke unabhängige Einschätzung zum Fiido Nomads.
FAQ zum Fiido Nomads und zum Netzwelt-Test
Wie weit kam Netzwelt mit dem Fiido Nomads und einem Akku?
Netzwelt erreichte bei kühlem Hamburger Wetter 47 km. Die Temperaturen lagen knapp unter 10 °C, zudem wurden verschiedene Unterstützungsstufen einschließlich Turbo und Turbo+ genutzt. Der Wert beschreibt daher diese konkrete Testfahrt und nicht die allgemein maximal mögliche Reichweite.
Wie funktioniert das Drei-Akku-System des Fiido Nomads?
Das Nomads nutzt einen Akku im Rahmen und kann zwei zusätzliche, herausnehmbare Reserveakkus am Heck mitführen. Die Akkus werden manuell gewechselt und nicht wie ein elektronisch integriertes Gesamtpaket gleichzeitig entladen. Fiido gibt für die Drei-Akku-Konfiguration aktuell eine Reichweite von bis zu 238 km an.
Wie fiel das Gesamturteil von Netzwelt zum Fiido Nomads aus?
Positiv. Netzwelt vergab für das Fiido Nomads die Testnote 2,4 – „gut“ – und beschreibt es als gut ausgestattetes und hochwertig verarbeitetes Trekking-E-Bike zu einem fairen Preis.